Der erste Selbstbau-PC Teil 3: Der Arbeitsspeicher


Nach der Wahl von Prozessor und Mainboard wird die ganze Sache etwas einfacher. Die Wahl des Arbeitsspeichers gehört zu den mit Abstand einfachsten Aufgaben, wenn man sich seinen ersten eigenen PC zusammenstellt. Sicherlich gibt es da auch viele Daten, Werte und Feinheiten, die beachtet werden können, aber für diesen allgemeinen Zweck gilt, dass es einfach nur genug Speicher sein muss.

Die Wahl fällt derzeit wirklich leicht. Es gibt im Grunde nur DDR3. Andere RAM-Arten wie DDR2 oder SDRAM werden bei neuen PCs einfach nicht mehr verwendet.

Nur wenige Stolpersteine


Es gibt nur wenig zu beachten. Es muss DDR3 in der 240pin-Version sein, kein SO-DIMM DDR3 204pin. Kompliziert? Nein ist es nicht, der für den PC benutzte RAM ist leicht zu erkennen, denn SO-DIMM lässt sich allein schon anhand der Bauform schnell identifizieren.

Wer sich jetzt wundert, warum in der Auswahlliste auch DDR3 ECC 240pin zu finden ist, dem sei gesagt, dass er den einfach ignorieren kann. ECC bezeichnet speziell geprüften Arbeitsspeicher mit Fehlerkorrektur. Dieser wird aber eigentlich nur bei speziellen Hochleistungs-Produktivsystemen oder Servern eingesetzt. Den Aufpreis kann man sich als normaler User schenken.

Eine Frage des Taktes

Auch beim Arbeitsspeicher kommt es auf die Taktrate an, auch wenn diese bei weitem nicht so entscheidend ist wie beim Prozessor. Dieser Test hier ist zwar aus dem Jahr 2012, zeigt aber sehr schön, wie wenig Unterschied die Taktrate es RAMs eigentlich ausmacht.

Das Auswahlverfahren läuft ganz einfach. Wir schauen beim Mainboard auf die angegebene Taktzahl der Ram-Bänke. Diese steht beim Mainboard immer dabei. Die Wahl wird dann schon mal stark eingegrenzt, denn wir nehmen einfach RAM mit der gleichen Taktzahl. Das garantiert Stabilität und die richtige Geschwindigkeit.

Ein Speichermodul mit 1333 MHz funktioniert auch in einem Steckplatz für 1600 MHz, wird aber auch nur mit 1333 MHz laufen. Hier wird Leistung verschenkt. Im selben Steckplatz funktioniert auch RAM mit 1866MHz, allerdings wird er auch nur mit 1600 MHz arbeiten. Hier wird Geld und Leistung verschenkt, da schnellerer Speicher meist teurer ist. Außerdem kann es zu Instabilitäten kommen, wenn Mainboard und Arbeitsspeicher mit unterschiedlichen Taktraten arbeiten wollen.

Wie viel Speicher ist notwendig?

Pauschal gesagt, 4 GB. Arbeitsspeicher ist seit Monaten richtig preiswert, so dass es sich lohnt, dort nicht zu geizen. Moderne Betriebssysteme und Programme werden auch immer speicherhungriger, so dass man eigentlich schon mindestens 4 GB verbauen sollte. Wer viele Programme gleichzeitig laufen lässt, oder viel spielen möchte, der kann auch 8 oder 16 GB verbauen, wobei 8 ausreichen. Meine 8 GB werden auch trotz intensiver Nutzung von Spielen und speicherhungrigen Programmen nie ganz ausgenutzt. Aber mehr schadet bei RAM natürlich nie.

Am besten kauft man seinen Arbeitsspeicher im Kit. Vollkommen wahllos nehme ich diese hier mal als Beispiel. Es handelt sich um ein Kit mit insgesamt 8 GB Arbeitsspeicher, eingeteilt in 2 identische Speicherriegel mit je 4 GB. Warum am besten als Kit? Ganz einfach, es kann sehr schnell zu Inkompatibilitäten oder Abstürzen führen, wenn man Arbeitsspeicher mischt. Auch wenn die Spezifikationen gleich erscheinen ist es nie garantiert, dass ein bestimmter Speicherriegel von Kingston mit einem ähnlichen Riegel von Corsair funktioniert. Selbst andere Riegel der gleichen Marke funktionieren nicht zwangsläufig mit einander.

Und welchen Speicher jetzt konkret?

Man kann beinahe pauschal sagen, dass man den billigsten nehmen kann. Wer nicht darauf aus ist, auch den letzten Punkt aus einem synthetischen Benchmark herauszuholen oder auf weitere 1 – 2 Frames bei High-End-Spielen angewiesen ist, der braucht sich mit Latenzen, Spannungen etc. nicht zu beschäftigen. Jedes normale Mainboard kann mit den üblichen Spannungen umgehen. Man kann eigentlich nichts wirklich falsch machen.

Eine Sache sollte man aber auf jeden Fall vor dem Kauf überprüfen. Es gibt auf den Homepages der Mainboardhersteller in der Regel Listen mit kompatiblem Ram für jedes Board. Man geht also auf die HP von bspw. Gigabyte, sucht dort nach dem Board, welches man sich von dem Hersteller ausgesucht hat und findet dann die RAM-Kompatibilitätsliste. Jeder Speicher der dort steht wurde getestet. Wenn ein Speicher nicht auf der Liste steht, muss er nicht unbedingt inkompatibel sein. Vielleicht wurde er einfach nicht von Gigabyte getestet. Aber wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt ein Kit mit Modulen, welche dort aufgelistet sind. Ein Beispiel gibt es hier, die Speicher-Kompatibilitätsliste für dieses zufällig ausgewählte Mainboard kann dort kostenlos heruntergeladen werden.

Übrigens kann man auch auf besonderen Schnickschnack wie Kühler für RAM verzichten. RAM-Kühler sehen vielleicht hübsch aus, aber RAM erreicht unter normalen Umständen selbst bei lange und kompletter Auslastungen keine Temperaturen, die die Stabilität beeinträchtigen könnten.

 

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